Unverhofft kommt oft: Mishal

Mishi und Fionn sind, seit wir in Mishis Stall 2023 eingezogen sind, sehr eng verbunden. Als Mishis Ex-Besitzerin alle Zelte abbrechen und mir sowohl Pferd als auch Stall überlassen wollte, konnte ich daher nicht anders, als ihn aufzunehmen. Ein verletztes Geschenk, das sein Herz erst noch öffnen muss.

Mishi auf der Wiese

Ein Pferd aufnehmen, das sein Herz bereits verschenkt hat

Und was das mit deinem Herzen macht

Am Anfang steht vor allem die Ungewissheit: Kann das funktionieren? Auch wenn ich ihn grundsätzlich mag und er mich auch, ist es doch erstmal nur die zweite Wahl. Weder habe ich ihn mir ausgesucht noch er mich. Reicht das? Wir waren beide erstmal sehr zurückhaltend. Haben uns erstmal abgepeilt. Ich habe ihn versorgt, ihm das Gespräch angeboten, akzeptiert, dass er es nicht gleich wollte. Habe versucht, es nicht persönlich zu nehmen. Nach ein paar Wochen gab es dann den Moment, an dem ich bemerkte, dass ich mein Herz ebenso schütze wie er. Und dass der erste Schritt von mir kommen muss.

Action?!

Ein Balanceakt: Nicht zu viel wollen, aber auch nicht zu viel zurückhalten. Zeit nur Innenschau, jeder für sich allein, aber auch Zeit miteinander sind wichtig.

Sich zurücknehmen

Wir sind noch nicht vertraut miteinander. Wenn er mich zurückweist, nehme ich das nicht persönlich, denn es geht nicht um mich, sondern darum dass er sich so wohl wie möglich mit mir fühlt.

Die Hand reichen

Auch wenn er mich zurückweist: Am nächsten Tag reiche ich ihm wieder die Hand, schenke meine Aufmerksamkeit. Kein Zwang, nur ein Angebot: Wenn du möchtest, ich bin hier. Hast du Lust?

Ich habe mir erlaubt, ihn in mein Herz zu lassen, ohne dass er sich mir geschenkt hätte. Ohne die Gewissheit, dass er die Vergangenheit und das Gefühl verlassen worden zu sein loslassen kann. Ja, ich habe gezweifelt zwischendurch, immer wieder. Aber auch immer wieder abgegeben, durchgeatmet und es neu versucht. Habe den Druck gehen lassen, hier irgendetwas leisten zu müssen. Und irgendwann fing er an mir in die Augen zu sehen. Sich zu entspannen. Mir einen Schritt entgegen zu kommen, und dann zwei. Ich habe nichts mit ihm trainiert. Ich war einfach nur da.

Auszüge aus Gesprächen mit Mishi via Tierkommunikation

08.01.25
Kannst du dir vorstellen, bei mir und Fionn zu bleiben?

Ja. Aber ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll, aushalten kann. – Schwere, Trauer – 
Dieser Zustand jetzt ist furchtbar und schrecklich gewesen. Ich will keine Bürde sein.
Ich kann mir vorstellen bei euch zu bleiben. Ich brauche Zeit.

02.04.25
Wie geht es dir gerade?
Was brauchst du von mir?

Es geht. Ich spüre die Schwere der Gedanken, eurer Gedanken und Gefühle, und das Gewicht eurer Entscheidungen. Ich brauche Zeit. Das habe ich schon gesagt. Bleib bei mir, sei da. Ich habe verstanden, dass Menschen oft etwas wollen und versprechen, aber das sich das auch schnell ändert. Sei da, hör zu. Das Futter ist gut. Du brauchst nicht noch mehr machen als das. Ich bin nicht so wie Fionn, ich ziehe Kraft aus der Erde.

24.04.25
Wie ist das mit Fionn, dir und mir? Ich habe Angst, euch nicht gerecht zu werden.

Ich weiß, dass Fionn und ich gleichgestellt sind, wir decken bei dir nur quasi unterschiedliche Bereiche ab. Ich bringe dir Präsenz, Konstante. Wenn du mir das auch gibst, werden wir immer Spaß haben. Du musst mich nicht zwangsbeschäftigen. Solange ich auch deine Aufmerksamkeit habe. Aber du brauchst auch nicht zu zögern, ob ich mit dir Spaß haben will. Ich bin hier. Ich freue mich, wenn du auch hier bist. Fionn und ich sind Brüder, wir ergänzen uns zum großen Ganzen. Sei einfach da und freu dich.

Mögen Pferde reiten?

Meine Standardantwort: Das kommt darauf an 😉 . Im Pferdebereich wird gerne zu Dogmen geneigt, es ist immer entweder oder richtig, je nach dem wen du fragst findest du für beide Extreme Verfechter. Nach meiner Erfahrung und nach hunderten Gesprächen mit Pferden kann ich eins mit Sicherheit sagen: Pferden mögen es ihren Menschen zu tragen, wenn es in ihrem Sinne ist. Wenn es um Verbindung geht, um gemeinsames Erleben und Abwechslung. Sie mögen es nicht, wenn sie es müssen, wenn sie in Positionen gezwängt werden, wenn Ausrüstung schmerzt, wenn sie keine eigene Verantwortung tragen dürfen, wenn es Fremde sind, die sich einfach auf sie drauf setzen.

Meine zwei Pferde sind, was das Reiten angeht, sehr unterschiedlich. Fionn möchte mich gerne tragen, kann es aber oft nicht, weil er seinen Körper und seine Hufe nicht gut spürt und sich nicht sicher ist, wohin er seine Beine bewegen muss, wenn ich auch noch auf ihm sitze. Mishi hingegen ist sehr erdverbunden und auch sehr mit sich selbst und daher sehr sicher. Er ist souverän und lebt die arabische Wildheit nur aus, wenn er frei ohne Reiter läuft. Er betrachtet es als seinen Job gut auf mich aufzupassen, wenn wir gemeinsam unterwegs sind und kann das auch.

Hierbei passe ich nun auf, nicht in die andere Falle zu treten, denn nur weil es mit ihm leicht ist und er ganz viel Freude am Ausreiten hat, darf ich nicht davon ausgehen, dass es zu jeder Zeit an jedem Tag die gleiche Ausgangslage ist. Ich betrachte es als Geschenk, wenn meine Pferde mich reiten lassen. Es ist meine Pflicht, vorher zu fragen, zu schauen, was ist heute, kannst und möchtest du gerade, in welchem Ausmaß? Denn wir leben unser Leben gemeinsam und sie schulden mir nichts.

Die Königlichkeit wollen wir unbedingt erhalten.

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